Der Wintersportverein Tux

Schon in frühester Zeit gingen Sportbegeisterte den verschiedensten Wintersportarten im hochalpinen Tuxer Tal nach. So ist es nicht verwunderlich, dass bereits im Jahr 1928 von den Brüdern Hermann, Max und Eduard Fankhauser, auch bekannt als die „Schrof’n Mander“, die Idee eines Wintersportvereins geboren wurde.

Im Jahr 1932 kam es dann zur eigentlichen Gründung des Wintersportvereins Tux unter dem Obmann Johann Dengg (Pinzger). Diesem folgten als Obmann in zeitlicher Reihenfolge: Ing. Dr. Brenneis, Gottlieb Fankhauser (Talblick), Heinrich Schneeberger (Tuxerhof), Alois Gredler (Barm), Johann Großgasteiger, Johann Fankhauser (Siedlung), Johann Mariacher, Bernhard Mader (Talblick), Robert Erler (Alpenblick), Reinhard Wechselberger und seit 2006 ist Andreas Erler am Ruder.

Neben dem Skilauf betrieb man im Wintersportverein Tux auch Sprunglauf, nordische Kombination, Rodeln und Eisstockschießen.

Bereits im Jahr 1933 wurde die „Enterwaldschanze“ gebaut, auf der Weiten bis zu 57 Meter erzielt wurden. Den Schanzenrekord hält Walter Dellekarth aus Innsbruck. Eine weitere Sprungschanze wurde 1947 in Vorderlanersbach (Waldhäusl) errichtet, auf der das alljährliche Osterspringen abgehalten wurde. Der Sieger dieses Springens erhielt ein aus Butter gefertigtes Osterlamm.

Heute gibt es keine Schanze mehr.

Zwischen 1939 und 1945 wurden die Tätigkeiten des Wintersportvereins stillgelegt. Am 14. Dezember 1945, am Ende des 2. Weltkrieges, wurde bereits um die Genehmigung eines neu zusammengestellten Vereins angesucht.

Unter dem Obmann Heinrich Schneeberger (Tuxerhof) wurde im Jahr 1946 erstmals das „Hochalpine Rennen um den silbernen Eispickel“ von der „Langen Wand“ durchgeführt.

Die Siegerzeit bei diesem ersten „Tuxer Eispickelrennen“ lag bei sechs Minuten. Dieses Rennen wurde seit damals noch oft veranstaltet.

Zu Beginn der 50er Jahre wurde die Werkssportgemeinschaft (WSG) Tux gegründet. Beim Magnesitwerk in Vorderlanersbach war ein Lift vorhanden, der von allen Werksbediensteten und deren Angehörigen zu äußerst günstigen Bedingungen benutzt werden konnte.

Jährlich wurden die WSG-Betriebsmeisterschaften am „Wangl“ durchgeführt. Zu den weiteren Sportarten, die während des Bestandes der WSG betrieben wurden, zählen Luftgewehrschießen und Kegeln. In diesen Jahren gab es keinen Wintersportverein Tux.

Am 26. Mai 1961 wurde dann auf Initiative des damaligen Verkehrsvereinsobmannes Friedrich Kreidl (Schmiedschuster) der Wintersportverein Tux unter dem Obmann Hans Stock (Jogg’n Hans) wiedergegründet und der Verein hat seither Bestand.

Der WSV Tux zeichnet sich seitdem immer wieder als Organisator diverser Großveranstaltungen aus. So wurden zum Beispiel 1967 die Tiroler Versehrtenskimeisterschaften sowie die Tiroler Alpinmeisterschaften mit prominenten Teilnehmern wie Karl Schranz durchgeführt.

Bei den in späteren Jahren durchgeführten FIS-B-Rennen und den „Internationalen Frühjahrskriterien“ scheinen unter den Teilnehmern Namen wie Gustav Thöni und Patrick Russell auf.

1983 fanden in Tux wieder die Tiroler Alpinmeisterschaften statt. Der Wintersportverein führte auch FIS-Super-G-Rennen im Rahmen der FIS-Skitage durch.

Einen der Höhepunkte der Veranstaltertätigkeit stellt die Durchführung der österreichischen Meisterschaften im Super-Riesentorlauf für Damen und Herren in den Jahren 1989 und 1990 dar. Unter den Teilnehmern befanden sich sämtliche ÖSV-Asse wie Weltcupsiegerin Petra Kronberger, Anita Wachter, Sigrid Wolf, Günther Mader, Leonhard Stock sowie der spätere Doppelweltmeister Stefan Eberharter.

Einige erfolgreiche Athleten des Wintersportvereins Tux:

1954 schaffte erstmals ein Tuxer die Aufnahme in den B-Kader des österreichischen Skiverbandes. Das war Franz Pichlsberger aus Hintertux.

Alfred Stock (Jogg’n Alfred): langjähriger erfolgreicher ÖSV-Kaderangehöriger

Elisabeth Kirchler: 1983 erster Weltcupsieg in Aspen, dem noch vier weitere folgen sollten; 1985 Vizeweltmeisterin im Riesentorlauf, Bormio

Hanspeter Kirchler: 1985 Mannschaftsschülerweltmeister mit der Skihauptschule Neustift

Bernhard Stöckl, Franz-Josef Fankhauser (Siedlung) und Elke Erler (Brand): Angehörige verschiedener TSV- und ÖSV-Kader

Thekla Erler (Cafe Alexander): österreichische Schülermeisterin 1988 im Super-Riesentorlauf

Sonja Stadler (Fiechtler), Jahrgang 1975: TSV-Kaderangehörige

Das Aushängeschild des WSV Tux im nordischen Bereich ist Ludwig Gredler (Neuhäusl). Er war Militärsportler des Landes Tirol in den Jahren 1988 und 1989. 1990 belegte er den dritten Platz bei den Tiroler Langlaufmeisterschaften und er wurde Mannschaftsmilitärweltmeister im Triathlon bei der internationalen Militärmeisterschaft in Seefeld.

1991 konnte er mit seiner Mannschaft den Militärweltmeistertitel in Östersund, Schweden, erfolgreich verteidigen.

Außerdem wurde er bei dieser WM Silbermedaillengewinner im 25km-Patrouillenlauf (Biathlon) mit seinen Teamkollegen Wolfgang Perner, Klaus Greiderer und Reinhard Neuner. Bestqualifizierter Österreicher wurde er beim 2. Start bei einem Biathlonweltcuprennen in Antholz, Südtirol.

Nach wie vor beleben viele verschiedene Bewerbe und Veranstaltungen für die Einheimischen die Dorfgemeinschaft. Der „Tuxer Riese“, ein Teambewerb, wurde unter dem jetzigen Ausschuss ins Leben gerufen und kann jedes Jahr mehr Teilnehmer gewinnen, ganz nach dem aktuellen Motto „Beweg dich!“.

Der Wintersportverein hat viele erfolgreiche Athleten und ist auf diese stolz: Martina Geisler, Nina Tipotsch, Michael Eberharter, Christian Eberharter, Hannes Geisler, Markus Fankhauser und viele mehr.

Die Geschichte der Kampfrichter

In enger Verbindung mit der Arbeit des Vereins steht die Kampfrichtertätigkeit, die für die erfolgreiche Durchführung von Veranstaltungen wichtig ist. Kampfrichter waren schon bei den ersten Skirennen im Einsatz.

Der erste geprüfte Kampfrichter zu Beginn der 50er Jahre war Heinz Schneeberger (Tuxerhof). Ihm folgte Alois Wechselberger (Siedlung)nach.

Den höchsten Stand an Kampfrichtern bzw. Kampfrichteranwärtern verzeichnete der Verein Ende der 70er Jahre mit 23 Mann. Heute zählt die Mannschaft sechs geprüfte Kampfrichter und zwei Anwärter.

Die Arbeit der Kampfrichter hat sich seit ihrem Bestehen in vielfältiger Weise geändert. Einerseits sind immer wieder neue gesetzliche Bestimmungen zu beachten, andererseits hat die Entwicklung der technischen Geräte Änderungen mit sich gebracht.

Wurde früher die Zeit mit einfachen Handuhren gemessen, so wird heute mit vollelektronischen Messgeräten und Computern gearbeitet. Trotz dieser Errungenschaften ist die Arbeit nicht einfacher geworden. Gleich geblieben sind allerdings die kalten Füße, Finger und Ohren, die ein Kampfrichter bei seinen Einsätzen oft bekommt.

Auch bei überregionalen Großveranstaltungen befanden sich Tuxer Kampfrichter im Einsatz:

1964 Olympische Winterspiele in Innsbruck: Heinz Schneeberger (Tuxerhof)

1976 Olympische Winterspiele in Innsbruck: Fritz Wechselberger (Gföll)

1982 Weltmeisterschaften in Schladming: Willi Schneeberger (Tuxerhof)

1984 Versehrten-Olympiade in Innsbruck: Walter Großgasteiger

1985 Nordische Weltmeisterschaften in Seefeld: Eduard Troger

Als erster Kampfrichter-Chef fungierte Heinz Schneeberger vom Tuxerhof. Ihm folgte Reinhold Haag bis 1978. Seit damals ist Alois Mader (Jenewein) mit dieser Funktion betraut.

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Veranstaltungen

 
  1. 1. Kids-Cup ALPIN

    19/01/2018 @ 14:00 - 17:00
  2. Tuxer Meisterschaft RODELN

    27/01/2018 @ 13:30 - 17:00
  3. 2. Kids-Cup

    02/02/2018
  4. Tuxer Meisterschaft BIATHLON

    09/02/2018 @ 15:00 - 17:00
  5. Sparkassen Bezirkscup Schüler

    11/02/2018

Kontakt

 

ZVR 246875574

Wintersportverein Tux
Obmann Paul Erler
A-6293 Tux, Juns 649

Email: info@wsvtux.at

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